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Freitag, 14. September 2018

Protagonisteninterview



„Meine Damen und Herren, herzlich willkommen zu „SportsNight – Sportlern ganz nah“. Mein Name ist Loana und ich begleite Sie heute durch die Show.
Wie Sie alle wissen, sind wir stets darum bemüht, nicht nur Klatsch und Tratsch zu verbreiten, sondern auch Boston seinen Lieblingssportlern näher zu bringen. Und heute, das kann ich Ihnen versichern, wird es eine wahre Freude sein!
Die beiden Männer sind echte Talente, arbeiten hart und sind wahre Frauenmagneten. Sie sind sicher auf ihren Kufen und geben immer Vollgas. Der Eine ist schon seit Jahren dabei, der andere frisch dazu gekommen. Begrüßen Sie mit mir von unserer Lieblingseishockeymannschaft den Captain Jason Coltrane und den Neuzugang Ridley Wilde!“
Tosender Applaus ertönt, als die beiden Männer in den Raum treten und Loana lächelt den beiden Männern entgegen, zeigt mit einer Handbewegung auf die Sessel.
„Meine Herren, es freut mich außerordentlich, dass Sie vor dem Start der Saison Zeit haben, mit mir und „SportsNight“ ein kleines Interview zu führen. Mr. Coltrane, Sie sehen in echt ja noch größer aus“, kann es sich Loana nicht verkneifen zu sagen und bekommt ein zynisch gemurmeltes „Tatsächlich“ vom Captain zu hören, als er sich in die Sitzmöglichkeit fallen lässt.
Loana, die bereits mehr als nur einen miesgelaunten Mann hier vor sich sitzen gehabt hatte, grinst nur schief. „Charmant wie eh und je. Mr. Wilde, herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Transfer zu den Razors. Ich hoffe, Sie haben sich gut eingelebt in unserem schönen Boston?“
Ridley schenkt Loana sein inzwischen in Boston bekanntes schiefes Lächeln und setzt sich neben Jason Coltrane. „Danke, Loana. Ich habe mich gut eingelebt.“
„Sehr schön! Auch wenn ihr schiefes Grinsen tatsächlich eine Frau an unanständige Dinge denken lässt!“, sie lacht leise und zwinkert verspielt Ridley zu.
„Also dann, Mr. Coltrane, ich habe eine sehr private Frage: Es heißt, dass Sie eine Beziehung mit Allie Nash führen. Der Allie Nash, die einst ein Ausnahmetalent auf dem Eis darstellte und auf einmal ihre Karriere aufgab, ohne eine Erklärung. Ist es ernst?
Was fasziniert Sie so an dieser Frau? Und besteht tatsächlich keine Chance mehr, Sie ins Bett zu bekommen?“ Auf Loanas Lippen erscheint ein gespielt unschuldiges Lächeln. Jason zieht eine finstere Miene.
Sein Blick durchbohrt Loana förmlich. Es macht den Anschein, als ob er gar nicht auf diese Frage antworten wird, doch nach einigen unerträglich langen Sekunden sagt er: „Selbst wenn es nicht ernst wäre, so sollten doch gerade Sie wissen, dass ich kein Typ war, der ständig durch fremde Betten gehüpft ist. Ihr Pressegeier steckt eure Nase doch ständig in Dinge, die euch nichts angehen. Wollen Sie mir wirklich weißmachen, Sie hätten nicht gründlich recherchiert? Ich dachte, ich hätte es hier mit Profis zu tun! Trotzdem will ich ihre Frage beantworten: Allie ist faszinierend. Vom Scheitel bis zur Sohle. Sie hat Kampfgeist, ein Herz größer als Alaska. Sie hat Ziele und die verfolgt sie. Nur ein Idiot wäre nicht fasziniert von ihr!“
Die Moderatorin lässt sich von dem miesmutigen Blick herzlich wenig beeindrucken, schließlich hat sie sich schon darauf eingestellt, denn der Captain ist bekannt für seinen Unmut gegenüber der Presse.
„Und Sie sind kein Idiot, verstehe. Schön, dass Sie eine Frau gefunden haben, die in Ihnen mehr sieht, als nur den heißen Sportler, der etwas kalt ist. Was lieben Sie so an Eishockey, dass Sie nicht davon los kommen?“
In Jason Augen zeigt sich ein Leuchten, dass man nur selten sieht. „Es ist mein Leben. Sobald ich einen Fuß auf das Eis setze, spüre ich eine Energie in mir, die mit nichts zu vergleichen ist. Mein Team und ich, wir bilden eine Einheit und wir haben ein Ziel: den Gegner zu vernichten. Es gibt nichts besseres, als den Toralarm und das Gebrüll der Zuschauer zu hören, wenn wir ein Tor schießen. Das ist fast besser als Sex.“
Es erklingt ein leises Lachen von Ridley, bei dem ein kollektives Seufzen durch die ersten Zuschauerreihen geht. Der Sportler murmelt etwas in seinen nicht vorhandenen Bart, dass sich stark nach „das kommt drauf an, mit wem man Sex hat“ klingt.
Amüsiert und fasziniert beobachtet Loana Jason Coltrane, als er auf einmal so begeistert von dem Sport erzählt, der so zu ihm gehört.
„Captain, besser als Sex? Tatsächlich? Oh lala, da muss ich mir eine Privatstunde bei Ihnen gönnen, damit Sie mich davon überzeugen. Aber ich merke schon, Sie lieben den Sport und das Eis.“
Jason Coltrane schießt in seinem Sessel in die Höhe: „Privatstunde? Eher friert die Hölle zu!“, doch Ridley Wilde legt ihm beschwichtigend eine Hand auf den Arm und der Captain lässt sich überraschenderweise wieder in den Sitz sinken.
„Oho, da scheine ich ja einen wunden Punkt getroffen zu haben. Keine Sorge, Captain, ich will nicht mit Ihnen ins Bett. Wäre zwar sicher nicht schlecht, aber so ganz sind Sie dann doch nicht mein Typ“, verschwörerisch zwinkert Loana Coltrane zu und wendet sich an ihren zweiten Gast.
„Mr. Wilde, ich habe Sie nicht vergessen... Wie könnte ich? Einer der vielversprechenden Zugänge in Bostons Lieblingsmannschaft. Was bedeutet Ihnen der Sport? Teilen Sie die Meinung des Captains oder sind Sie doch der Verfechter von „Nichts geht über heißen, schmutzigen Sex“?“
Ridley Wilde reibt sich über den ausgeprägten Bartschatten an seinem Kinn. „Loana, warum gehen Sie davon aus, dass man Eishockey und Sex trennen muss? Siegersex ist das Stichwort“, antwortet Wilde, begleitet von einem schelmischen Zwinkern. Der weibliche Anteil der Zuschauer seufzt gut hörbar auf.
„Siegersex? Soso, das ist natürlich die beste Idee. Werden Sie den Pokal diese Saison holen? Ist das Ihr Ziel, meine Herren?“
Wilde und Coltrane antworten wie aus einem Mund: „Selbstverständlich tun wir das!“
„Mh, Sie sind heiß auf den Sieg. Sehr gut! Unsere Daumen sind gedrückt und wehe, Sie holen nicht den Sieg zurück nach Boston.“ Auf ihren Lippen erscheint ein diabolisches Lächeln, bevor sie sich räuspert.
„Mr. Wilde, sind Sie zufrieden, sich bei den Boston Razors verpflichtet zu haben?“
Coltranes Miene wird ein wenig weicher, falls man bei diesem Mann überhaupt von „weich“ sprechen kann.
„Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, um den Cup endlich mal wieder nach Boston zu holen, Loana“, verspricht der Captain und klopft seinem neuen Teamkameraden auf die Schulter. „Mit diesem Goldjungen hier, sind wir definitiv auf dem besten Weg dazu. Aber man darf mal wieder die New York Sabertooths oder die Spikes nicht vergessen.“
Wilde räuspert sich, ehe er sagt: „Ich bin sehr glücklich hier in Boston. Die Mannschaft hat mich gut aufgenommen und ich denke, dass wir eine echte Titelchance haben.“
Loana lächelt versöhnlich und nickt. „Ach, den New York Sabertooths werden Sie schon in den Allerwertesten treten! Dem Cup steht nichts im Weg, besonders dann, wenn Sie so aufrichtig unterstützt werden!
Apropos... Mr. Wilde, man munkelt, Sie hätten etwas mit ihrer Team-Beraterin am Laufen. Wie wahr ist dieses Gerücht?“
Wildes Lächeln wird noch einen Tick strahlender. Er lässt seinen Blick über das Publikum wandern und setzt eine entschuldigende Miene auf. „Es ist verdammt wahr.“
Enttäuschtes Seufzen kommt ihm entgegen auf seine Antwort hin, eine Frau kreischt sogar auf.
Coltrane wirft bierernst ein: „Du und Ms. Coleman? Wenn du es nicht wirklich ernst mit ihr meinst, bringst du besser deine Eier in Sicherheit. Sie ist für Smith sowas wie eine Tochter.“ Wilde wirkt unbeeindruckt von Coltranes Warnung. „Mach dir keine Sorgen um meine Eier. Sollten sie wirklich in Gefahr sein, kann ich sie immer noch in Allies Handtasche zu deinen stecken.“
Loana verzieht den Mund und muss sich ein Lachen verkneifen, wobei das Publikum ob dieses Schlagabtausches in Lachen ausbricht.
„Ich verstehe. Dann muss Ihre Team-Beraterin wohl mächtig Feuer haben, dass Sie sie so begeistert. Tja, meine lieben Damen, keine Chance mehr bei Mr. Wilde. Versucht es gar nicht erst 😉. Meine Herren, ein bisschen weiter in diesem Gefilde, aber in eine andere Richtung: Wie stehen Sie zu Puckbunnys?“
Coltrane und Wilde tauschen einen Blick, bis schließlich Coltrane das Reden übernimmt. Der Captain scheint dem Neuling wegen seiner schlagfertigen Erwiderungen nicht böse zu sein. „Es wäre gelogen, wenn wir nun behaupten würden, dass es keinen Spieler im Team gibt, der nicht schon auf die Vorzüge dieser Damen zurückgegriffen hätte. Wir sind schließlich auch nur Männer.“
„Man muss auch nicht lügen. Wenn man Spaß haben will, dann ist nichts Verwerfliches dran. Es hat mich nur im Allgemeinen interessiert. Aber sehr diplomatisch und nichtssagend geantwortet, Captain.“ Loana zwinkert und lehnt sich entspannter auf dem Sofa zurück, bevor sie einen Blick ins Publikum wirft.
„Aber meine Damen, wenn ihr euch jetzt Hoffnungen macht, vergesst es! Ihr habt es ja gehört, der Captain und unser neuer Goldjunge sind in festen Händen! Und so wie ich herausgefunden habe, sind diese Hände nicht nur zart, sondern auch stark. Starke Frauen für starke Männer.“ Ein Seufzen geht durch den Saal und Loana erhebt mahnend den Zeigefinger.
„Nana, die Razors haben noch andere Spieler, die genau so heiß sind und vielleicht nicht abgeneigt wären. Aber seien wir ehrlich, ein Spieler in guten Händen kann doch nur gut spielen, nicht wahr?“ Verschwörerisch lässt sie ihren Blick wandern und erhält zustimmendes, jedoch verhaltenes Gemurmel.
„Jetzt haben Sie Herzen gebrochen! Schämen Sie sich“, lacht Loana auf und schüttelt den Kopf.
„Okay, weiter im Text. Wir wollen schließlich noch ein bisschen über euch erfahren. Was war Ihr größter Traum als Kind und haben Sie sich diesen erfüllt?“
Ridley Wilde bedeutet Jason Coltrane mit einer Geste, zuerst zu antworten. Der Captain räuspert sich und lacht auf, ehe er sagt: „Wenn ihr ehrlich bin, wollte ich als kleiner Junge immer Astronaut werden.“
Wilde grinst schief und mustert seinen Teamkameraden mit einem liebevoll-spöttischen Blick. „Du und Astronaut? Du hast Eishockey in jeder Zelle deines Körpers!“
Coltranes Mundwinkel schieben sich zu einem seltenen Grinsen in die Höhe. „Das war nicht immer so. Aber als ich in der zweiten Klasse schon einen Kopf größer war, als alle anderen, sagte mir mein Lehrer, dass ich nie in ein Shuttle passen würde, wenn ich so weiter wachse.“
Loana wendet sich an Ridley. „Und bei Ihnen, Mr. Wilde?“
„Ich wollte tatsächlich seit meinem ersten Atemzug Eishockeyspieler werden. Das war immer mein Traum.“
Loana kichert und sieht Jason Coltrane sanft an. „Astronaut ja? Ein Helm würde Ihnen sicher gut stehen. Zu unserem Glück sind Sie aber auf der Erde geblieben und auf dem Eis gelandet. Ich kann mir keine Razors ohne unseren Captain vorstellen! 😉“, neugierig wendet sie sich wieder an Ridley Wilde.
„Oh, das heißt, Sie haben ihr Ziel erreicht. Teil einer unglaublichen Mannschaft und auf dem Weg, den Cup zu holen! Bleiben wir doch gleich bei Ihnen, Mr. Wilde, welches ist ihr Lieblingsessen?“
Ridley Wilde senkt das Kinn in Richtung Brust und schmunzelt amüsiert. „Ich würde sagen, in letzter Zeit esse ich verdammt gerne Ben & Jerrys Eis.“
„Mr. Wilde! Ihr Schmunzeln bringt noch die Höschen manch einer Dame zum Brennen! Das hört sich nach einer interessanten Story an! Mr. Coltrane, die gleiche Frage an Sie.“
Jason Coltrane scheint sich sichtlich zu entspannen. Er rutscht in dem Sessel nach unten und verschränkt seine Finger über seinem Bauch. „Wenn ich hier Schleichwerbung machen darf, dann empfehle ich jedem die kleine Pizzeria Lucia & Juliano. Wem das Essen dort nicht schmeckt, hat keine Ahnung von gutem Essen. Aber um Ihre Frage zu beantworten: Ich könnte beinahe zu jeder Tages- und Nachtzeit Pizza essen.“
„Mh, ein Mann mit Geschmack. Also Pizza und Ben & Jerrys Eis. Keine schlechte Kombi. Unsere Zeit ist fast abgelaufen, ziemlich schade, wo ich gerade so schön warm mit Ihnen werde. Aber eine Frage möchte ich Ihnen noch stellen: Welchen Rat können Sie den kleinen Fans geben? Jenen, die zu Ihnen als Vorbilder aufsehen und sie bewundern und so sein wollen, wie Sie?“
Jason Coltrane setzt sich wieder auf. „Eishockey ist nur bis zu einem gewissen Grad eine Frage von Talent, denn Eishockey ist vor allem eine Frage des Willens. Talent ist irgendwann am Ende der Fahnenstange. Wer dann keinen Willen zeigt, wird seinen Traum, ein Profispieler zu werden, nicht verwirklichen können.“ Mit entschlossenem Blick wendet sich Jason Coltrane der Kamera zu, auf der das rote Licht leuchtet. „Also Jungs und Mädels, wenn ihr mal für die Razors oder ein anderes Team der Hockey League spielen wollt, dann schnappt euch eure Schlittschuhe und ab auf das Eis. In jeder freien Minute!“
Ridley Wilde, der im Moment nicht im Fokus der Kamera steht, nickt zustimmend.
Loana lächelt, als sie die so deutlichen Worte hört und nickt. „Vielen Dank, meine Herren! Es war mir eine Freude und ich hoffe, Sie bald wieder bei „SportsNight“ begrüßen zu dürfen. Und seien Sie ehrlich, Captain, so schlimm war es doch gar nicht mit mir!“
Loana zwinkert und erhebt sich. „Einen kräftigen Applaus und positive Energie für zwei unserer Lieblings-Razors!“
Jason Coltrane zwinkert Loana zu, während er ihr die Hand schüttelt. Ridley Wilde winkt dem Publikum zu, ehe er seinem Captain folgt.
Der Saal bebt, als die Männer verabschiedet werden und die Kameras ausgehen.



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