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Montag, 28. August 2017

Karma-Queen gesucht - Sei ein Engel auf Mission!




Heute startet die große Veröffentlichungsparty mit Jo Berger zu ihrem neuen Buch
"Herz Berührt - Ein Engel für Jack".

Täglich gibt es eine neue Aufgabe, der wir uns stellen sollen und damit auch unseren Gefühlen, Stärken und Schwächen. 
Denn seien wir doch mal ehrlich: Im Alltag vergisst oder übersieht man, dass man durchaus etwas für sein Karma-Konto getan hat, weil man es entweder nicht bemerkt oder es für einen selbst eine Selbstverständlichkeit ist, diese oder jene Sachen zu machen, sodass man ihnen keine große Bedeutung beimisst, aber einem anderen Menschen können sie einen miesen Tag retten oder etwas erträglicher machen. 


Die heutige Aufgabe: 1. Tag - 28.8.2017

Mitgefühl

Zeige Mitgefühl für eine Person. Höre ihr zu oder versuche, dich in dein Gegenüber hineinzuversetzen. Fühle, was er/sie fühlt. Dann tröste, ermutige oder bestärke sie. Oder nimm sie einfach nur in den Arm, nicke und fühle mit ihr. Was fühlst du?



Mein Karma-Tagebuch; erster Eintrag; Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen


Wie einige von euch wissen - jene, die meine Vorstellungsseite hier auf dem Blog gelesen haben - arbeite ich als Krankenschwester auf einer herzchirurgischen Station und dort fühle ich mich wohl. 
Wir bekommen Patienten, die für eine geplante OP zu uns auf die Station kommen und betreuen diese Patienten auch weiter, wenn sie aus dem OP und von der Intensivstation wieder zu uns kommen. 

Eine Operation ist immer ein Einschnitt ins Leben, eine am Herzen ganz besonders.
Man mag es gar nicht glauben, aber viele Patienten ändern ihren Lebensstil, sobald sie die Operation gut hinter sich gebracht haben.
Sie fangen an bewusster zu leben und entscheiden sich dazu, auch zu jenen Menschen freundlich zu sein, die ihnen nicht gut gesinnt sind.
Zumindest erzählten mir das einige Patienten, die zur Kontrolle wieder kamen.

Aber vor der Operation steht eben noch dieses "vor", das gar nicht zu unterschätzen ist.
In diesem "vor" verbirgt sich so viel: Angst, Sorge, manchmal Panik.
"Werde ich es überstehen? Werde ich wieder gut aufwachen? Werde ich wieder der sein, der ich war? Wie wird sich diese Operation auf meinen (Berufs-)Alltag auswirken?
Kann der Operateur das wirklich? Kann ich ihm tatsächlich vertrauen?"
Ein ewiges Gedankenkarusell beginnt. 

In dem Großteil der Fälle geht es gut aus, die Leute wachen auf, nehmen ihr Leben auf, doch es gibt auch die andere Seite. 
Jene Seite, die es nicht schafft oder jene Patienten, deren allgemeiner Zustand bereits so herabgesetzt ist, sie so krank sind, dass die Chancen kaum gut stehen. 

Und da hatte ich letzten erst einen Patienten.
Er war morbide krank, viele Nebenerkrankungen, und dann noch eine Herzinnenhautentzündung, die eine Antibiotikagabe im 2 Stunden Takt nötig gemacht hat (es waren 2 verschiedene Antibiotika, alle 4 Stunden, aber wir mussten alle 2 Stunden rein, weil sie sich immer abgewechselt haben), dazu war der Patient isoliert, zu seiner eigenen Sicherheit, denn die weißen Blutkörperchen waren im Keller, damit das Immunsystem nicht in der Lage gegen eine kleinste Erkältung zu kämpfen.

Und der Patient war nicht einmal aus diesem Land, es war kein geplanter Eingriff, er war nur zum Urlaub hier, wollte seinen Bruder besuchen und landete bei uns.
4 Wochen kämpfte er, lebte in diesen vier Wänden, die sein Zimmer darstellte, sah nur uns Pflegekräfte und die Ärzte, ab und an seinen Bruder.
Und dann ging alles sehr schnell:
20:30 Uhr hörte ich meinen Kollegen "Rea!" rufen und wir sprinteten los, setzten die Notfallkette in Bewegung und versuchten alles, um ihm zu helfen, aber es war zu spät.
In dieser Nacht verloren wir den Tag gegen den Tod und es brach mir das Herz, weil er schon so lange bei uns war, weil ich ihn kennengelernt hatte.
Weil er noch jung war und eine Familie im Ausland hatte, die gar nicht kommen konnte. 
Weil es manchmal trotz aller Anstrengung nicht möglich ist, dem Sensenmann gegenüber zu stehen und zu sagen: "Heute nicht, komm bitte ein anderes Mal."
Es geht nicht.

Das Thema ist heute Mitgefühl.
Aber es war nur Trauer und Mitgefühl für seine Angehörigen, für sein noch zu junges Leben, das ich in dieser Nacht und noch Tage später verspürte und noch immer spüre. 
Ich habe mich immer mit ihm auf Englisch unterhalten, er hat mir von seiner Familie erzählt, ich versuchte ihn zu bestärken, dass es sicher bald besser wird, dass wir es bestimmt irgendwie hinbekommen. 
Aber manchmal hilft auch die stärkste Überzeugung nicht.
Auch der stärkste Wunsch für einen anderen Menschen ist manchmal zu schwach, denn die Zeit holt einen dann, wenn sie der Meinung ist, es müsse jetzt sein.


Eines, was mich mein Beruf gelehrt hat ist folgendes:
Lass dir niemals zu lange Zeit, denn manchmal ist sie schneller zwischen deinen Fingern zerronnen, als du schauen kannst. 



Kommentare:

  1. Guten Abend.
    Hachja, dass ist schon sehr traurig. Meine Mutti selbst ist auch Krankenschwester und aus ihren Erzählungen weiß ich, wie hart es sein kann. Schlimm finde ich, dass niemand bei ihm war, außer du aber vielleicht sollte es so sein. Vielleicht hat dieser Mensch, auch wenn er nicht deine Muttersprache sprach etwas gelehrt und das hat er, denn dein letzter geschriebener Satz bleibt im Kopf.

    Liebste Grüße,
    Sandra.

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    Antworten
    1. Hallo Sandra :)

      Vielen Dank für deinen Kommentar und entschuldige bitte die späte Antwort.

      Ja, da hast du recht, dass ich von diesem Menschen etwas gelernt habe, aber auch, dass ich es einfach vom Berufsweg mitnehme, denn das gehört einfach dazu, so traurig und doof ich es auch finde.

      Liebe Grüße
      Lizzy

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