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Donnerstag, 10. August 2017

Das, was sie Liebe nennen

Autor: Caroline Bongrand
Titel: Das, was sie Liebe nennen
Reihe: /
Seitenanzahl:  192 Seiten
Verlag: Heyne
ISBN: 978-3453421745
Preis:
E-Book: 8,99€
Print: 9,99€
Link zur Autoren FB Seite: Caroline Bongrand
Link zu Amazon: Das, was sie Liebe nennen
Klappentext:

Ein Roman über zweite Chancen und über den Mut, diese zu ergreifen

Paris. Sie lebt in einer unglücklichen Ehe, in der sie sich vernachlässigt und zurückgewiesen fühlt. Doch eine Scheidung kommt nicht infrage, sie möchte ihren Kindern nicht das Herz brechen. Und irgendwie schafft sie es immer wieder, sich einzureden, dass sie sie nicht braucht, die große Liebe. Bis sie ihm begegnet. Die beiden beschließen, eine rein platonische Liebe zueinander zu bewahren. Doch nach einem Sommer ohne Nachricht von ihm wird ihr klar, dass sie das nicht mehr ertragen kann. Ohne ihn zu sein, das ist Tortur. Gerade als sie alles hinter sich lassen will, trifft das Schicksal sie mit ungeahnter Wucht.



Bereitstellung des Buches: Rezensionsexemplar. Vielen Dank dafür an den Verlag. Nichtsdestotrotz beinhaltet die Rezension meine ehrliche Meinung und wird in keinster Weise vom Verlag/Autor abhängig gemacht.

Meine Meinung:

In diesem Buch geht es von der ersten Seite bis zur Letzten um die Liebe. Die wahre, die echte, die alles verzehrende und alles einnehmende Liebe. Jene, die man nur einmal trifft. Jene, die einem das Herz aus der Brust zieht und einem Flügel schenkt.
Jene Liebe, die einen tief auf den Boden drückt, in ein Loch drängt und die Klippe runter stößt. Es ist die Rede von der Liebe, die so einzigartig ist, wie zerstörerisch.

Und hier treffen wir auf Sie, eine normale Frau. Eine Mutter, die für ihre Kinder da ist, die in ihrer Routine lebt, in ihr aufgeht, sich nichts anderes wünscht, weil sie der Meinung ist, dass der Alltag gut ist, so wie er ist.
Es ist ihr egal, dass sie sich andauernd mit ihrem zweiten Ehemann streitet, dass sie keinen gemeinsamen Nenner zu finden scheinen, denn solange ihre kleine Patchworkfamilie funktioniert, es den Kindern gut geht, so lange ist alles gut.
Es ist ihre Geschichte. Die Geschichte einer Frau, die sich ihren romantischen Träumen von einst nicht hingeben will, die sie vielleicht gar vergessen hat, weil der Alltag ihr etwas anderes brachte und die Erfahrung diese Träume zunichte machte.
Eine durchschnittliche Frau, deren Namen wir über das ganze Buch hinweg nicht erfahren, mit einer unglaublichen Liebe in sich.

Und dann, eines Tages, da trifft sie ganz unverhofft und gänzlich unerwartet, vielleicht sogar unerwünscht, diesen einen Mann. Ihn, dessen Nähe alleine ausreicht, um sie glücklich zu machen, um ihr Herz zu beflügeln, um sie anzuspornen und sie zu bezaubern.
Ihn, der so gut aussieht und ihr das Gefühl gibt, weiblich und begehrenswert und die schöne Frau der Welt zu sein.
Ihn, der all diese umwerfenden, wunderschönen, wilden und zarten Gefühle in ihr auslöst und dabei auch ihr Leben durcheinander bringt.
Sie atmet und lebt. Hört auf zu Essen, denn sie hat keinen Hunger. Ihr Körper ist voll von Liebe. Sie schwebt über dem Boden, die Welt ist in rosa roter Watte gepackt. Beginnt sogar nach langer Zeit wieder zu tanzen.

Sie gehen einen Pakt ein: Nie werden sie miteinander schlafen, ganz gleich, wie tief, wie stark ihre Gefühle füreinander sind. Denn: Sie beide haben eine Familie, haben Kinder und sie wollen dafür und für sie stark sein, die Normalität nicht zerbrechen lassen, sondern daran festhalten.

Selten habe ich ein Buch gelesen, dass von der ersten bis zur letzten Seite von der Liebe handelt. Vom ersten Satz bis zum Letzten geht es um die Liebe und ihre verschiedenen Aspekte. Die beflügelnden, sowie die zerstörenden.
Denn eine Medaille hat zwei Seiten, sowie auch die Liebe, selbst in ihrer reinsten und tiefsten Form kann sie Zerstörung und Verderben bringen.

Dieses Buch erzählt davon, dass man mutig sein sollte, um nach dieser einen, wahren Liebe zu greifen und gleichzeitig scheint es mir wie eine kleine Warnung zu sein, denn das Leben ist nicht immer bereit, einem das zu geben, was man sich so sehr wünscht. Manchmal kann der größte Wunsch zu dem verheerendsten Folgen führen.

Die Geschichte wird von ihr erzählt. Und gleichzeitig bekommt man so viel von ihm mit und glaubt zu verstehen, warum sie sich in ihn verliebt hat, warum er sie in seinen Bann zog, während das Leben weiter geht und verlangt, gelebt zu werden.
Sie kämpft sich durch den tristen Alltag und muss Hürde um Hürde nehmen, bis sie zu der Frau wird, die sie sein wollte, aber aufgegeben hatte.

Es spielt in Frankreich, genauer gesagt in Paris, der Stadt der Liebe.
Passend, bei der Themenwahl, wie ich finde und der Handlungsort wird wunderbar in die Geschichte eingebaut.

Was ich besonders schön fand, war diese Balance, wie Sie den Alltag meistert und dabei gänzlich aufgeht in ihren Gefühlen für ihn. Wie einfach und hart es gleichzeitig schien, die zu sein, die alle erwarten und die Frau sein wollen, zu der Mann geworden war.
Doch trotz all meiner Faszination für dieses Buch, diese Geschichte, konnte ich nicht immer vollkommen und in allem mit ihr übereinstimmen, denn nicht jeder Gedanke war mir logisch, nicht jede Handlung so nachvollziehbar.
Und manchmal hat es sich für mich auch gezogen, weswegen es sowohl im Spannungsbogen, als auch in der Charaktertiefe eine Note Abzug gibt.
Der Schreibstil dagegen war ein wahrer Traum für mich. Eintauchen und sich verzaubern lassen.

Fazit:
4,5 Musiknoten
, weil ich das wirklich, wirklich gerne gelesen habe und es eine schöne Lektüre ist über das Leben und die Liebe und ihre Konsequenzen und das, was man oft und gerne ausblendet, wenn gerade alles rosarot erscheint. Die dunkle Seite, jene, die bereit ist, einen in das tiefste Loch, die dunkelste Schlucht zu ziehen und nie wieder raus zu lassen.

Spannungsbogen:



Charaktertiefe:



Schreibstil:









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